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Abschiebehaft Büren: Viele Inhaftierte, frustrierte Mitarbeitende

In der Abschiebehaftanstalt in Büren-Stöckerbusch rumort es nach Radio Hochstift-Infos erneut unter den Mitarbeitenden. Aufgrund des Personalmangels arbeiten weiter pensionierte Polizeibeamte in dem Gefängnis. 

Die Bezirksregierung Detmold sagt auf Anfrage: „Leitung und Bedienstete stehen fortlaufend in einem vertrauensvollen Austausch.“ Mehrere Mitarbeitende der JVA, mit denen wir sprechen konnten, widersprechen dieser Aussage deutlich. Aufgrund ständiger Personalknappheit würde es immer wieder Probleme geben – Mitarbeitende müssten sich dafür immer wieder bei der Leitung rechtfertigen. 

Aktuell arbeiten nach Radio Hochstift-Infos gut 60 Vollzugsbedienstete in Büren-Stöckerbusch – hinzu kommen etwa 15 pensionierte Polizisten und 60 Mitarbeitende eines privaten Sicherheitsdienstes.

JVA fast vollbelegt 

In dem sogenannten Abschiebeknast sind fast alle Zellen vollbelegt. Die Bezirksregierung Detmold erklärt auf Radio Hochstift-Anfrage, dass zwischen März 2025 und März dieses Jahres durchschnittlich 144 Männer inhaftiert waren – die maximale Kapazität liegt bei 160 Männern. In früheren Jahren war die Haftanstalt oft nur zur Hälfte belegt. 

Inhaftierte bleiben immer länger

Die Inhaftierten bleiben mittlerweile im Schnitt 33 Tage in dem Abschiebegefängnis in Büren-Stöckerbusch. Noch vor zwei Jahren lag der Durchschnitt bei nur gut 21 Tagen. Nach Radio Hochstift-Infos sind einzelne Inhaftierte sogar mehrere Monate in Stöckerbusch untergebracht. Die Bezirksregierung Detmold begründet dies unter anderem mit „längeren Vorlaufzeiten für Flüge aufgrund des Nahostkonflikts“.

Position der beschwerdebeauftragten Person nicht besetzt

Seit etwa vier Jahren gibt es in dem Abschiebegefängnis die Position einer beschwerdebeauftragten Person. Inhaftierte sollen sich mit Beschwerden direkt an den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin wenden können. Unsere Radio Hochstift-Recherche zeigt allerdings: Die Stelle ist schon seit mehr als einem Jahr unbesetzt. Die Bezirksregierung Detmold verweist auf Anfrage auf das NRW-Integrationsministerium. Von dort aus würde die Suche geführt.
 

Ausgangspunkt unserer Recherche zu diesem Thema war ein anonymer Hinweis. Ihr möchtet auch auf einen Missstand im Hochstift hinweisen? Nutzt gerne unser Radio Hochstift-Formular für anonyme Hinweise.