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Aufruf von Paderborns Erzbischof Udo Markus Bentz: Missbrauchsopfer sollen sich weiterhin melden

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, der seit 2024 im Amt ist, sagte: „Es ist mir persönlich wichtig, um Verzeihung zu bitten – im Namen der Kirche von Paderborn.“ Foto: Erzbistum Paderborn

Auch nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie im Erzbistum Paderborn geht die Aufarbeitung und Aufklärung weiter. Das betonte Erzbischof Udo Markus Bentz gestern Mittag bei einer ersten Reaktion auf die Untersuchung der Jahre 1941 bis 2002. Er rief Betroffene von sexueller Gewalt durch katholische Kirchenvertreter auf, sich zu melden:

„Ich möchte Sie ermutigen, diesen gewiss schweren Schritt zu wagen. Die Veröffentlichung der Studie und unser Umgang damit – hoffentlich kann er zeigen: Wir, die Betroffenenvertretung und das Erzbistum, wollen Sie darin ermutigen, unterstützen und begleiten.“

Das Erzbistum hat für Betroffene eine Broschüre als Leitfaden herausgegeben.


Erschütterung allein hilft nicht

Das Paderborner Diözesankomitee fordert nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie echte Veränderungen. Die Laienvertretung will Strukturen beseitigen, die Gewalt in der Kirche begünstigen. Sie verlangt deshalb zum Beispiel transparente Verfahren, geteilte Leitung und Rechenschaftspflichten.

 

Auch der Interventionsbeauftragte des Erzbistums Paderborn hat sich zu den Missbrauchsvorwürfen gegen die früheren Erzbischöfe Jaeger und Degenhardt geäußert. 
Thomas Wendland sagte bei der Pressekonferenz zur vorgestern (Do., 12.03.) veröffentlichten Studie, die Vorwürfe seien dem Erzbistum schon seit dem Herbst bekannt. Schon damals habe es darüber informiert. Insgesamt lägen drei Vorwürfe gegen Degenhardt und einer gegen Jaeger vor. 

Alle Hinweise habe die Interventionsstelle gründlich geprüft, sie hätten nicht zu belastbaren Ergebnissen geführt.