Bad Lippspringer Streit um Familienarchiv beschäftigt den BGH
Der Bundesgerichtshof beschäftigt sich aktuell mit einem Archiv-Streit aus Bad Lippspringe. Es geht um über 1.000 Dokumente der Familie Kusserow. Die Zeugen Jehovas klagen gegen den Bund, weil das Archiv aus ihrer Sicht zu Unrecht an ihn gegangen ist.
Während des Nazi-Regimes wurde die 13-köpfige Familie Kusserow aus Bad Lippspringe verfolgt, weil sie den Zeugen Jehovas angehörte. Die älteste Tochter Annemarie Kusserow hielt die Geschichte von der Machtübernahme der Nazis bis zu ihrer eigenen Verhaftung im Jahr 1944 unter anderem in Bildern und Briefen fest.
Nach ihrem Tod 2005 verkaufte ihr Bruder das Familien-Archiv an den deutschen Staat. Eigentlich hatte Kusserow ihr Erbe aber den Zeugen Jehovas überlassen.
In dem Rechtstreit geht es nun vor allem um die Frage, ob die Bundesrepublik wissen konnte, dass das Archiv dem Bruder gar nicht gehörte. Die Richterinnen und Richter haben schon angedeutet, dass sie sich eine außergerichtliche Einigung wünschen. Eine Entscheidung soll am 22. Mai bekanntgegeben werden.
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