Skip to main content

Stars & Sternchen

Ellwangen | Was hinter dem Konzert-Abbruch von Helge Schneider steckt

Rolf Vennenbernd/dpa | Der Musiker hatte kurzzeitig ein Konzert abgebrochen. (Archivbild)

«Möchte auf Gage verzichten»

Ellwangen (dpa) - Probleme mit der Tontechnik haben nach Angaben der Landesgartenschau in Ellwangen zum kurzen Abbruch des Auftritts von Helge Schneider geführt. An der Schnittstelle zwischen der eigenen Technik und der des Musikers habe es gehakt, sagte LGS-Geschäftsführer Stefan Powolny der «Schwäbischen Zeitung». Beim Soundcheck sei noch alles gut gelaufen - vor mehreren tausend Menschen habe die Lautstärke dann nicht ausgereicht.

«Wir haben dann recht schnell gemerkt, dass wir damit nicht gegen 7.000 Menschen in Festzeltstimmung ankommen, dafür ist Helge Schneiders Kunst nicht gemacht», so der Geschäftsführer weiter. Die Technik der Landesgartenschau habe das Signal von Schneiders eigener Abmischung nur auf einem Kanal erhalten. Ein einfaches Aufdrehen der Lautstärke sei keine Lösung gewesen, weil es zu Rückkopplungen mit anderen Anlagen gekommen sei.

Eine kurzfristige technische Lösung sei deshalb nicht möglich gewesen. Schneider und seine Band hätten dafür aufwendig neu verkabelt werden müssen, erklärte Powolny. Für künftige Veranstaltungen wolle die Landesgartenschau bei Künstlern, die ihren Ton selbst abmischen wollen, einen noch gründlicheren Soundcheck machen.

Der 70-jährige Musiker hatte seinen Auftritt am vergangenen Donnerstag zunächst nach rund 20 Minuten abgebrochen. «Eigentlich möchte ich jetzt weiterfahren und auf die Gage verzichten. Ich habe keine Lust mehr», sagte er Medienberichten nach. Zuvor soll es aus dem Publikum «Lauter!»-Rufe gegeben haben. 

Keine Star-Allüren, sagt der Veranstalter

Powolny ging daraufhin selbst auf die Bühne und erklärte dem Publikum, dass Schneider wegen der technischen Probleme nicht in den «Flow» komme. Man habe die Wahl zwischen einem stillen Abend mit Helge Schneider oder gar keinem Abend mit ihm. Schneider kehrte anschließend auf die Bühne zurück und spielte noch rund anderthalb Stunden.

Nach dem Abgang war in sozialen Medien auch über mögliche Star-Allüren des Musikers spekuliert worden. Diesen Eindruck weist Powolny aber zurück. «Das kann ich so nicht bestätigen», sagte er. Hinter der Bühne habe man gemeinsam professionell abgewogen, wie der Abend noch zu retten sei. Dabei seien verschiedene Szenarien diskutiert worden, vom Abbruch bis zum Versuch, das Maximum aus der vorhandenen Technik herauszuholen. 

Auch dem Publikum will Powolny keinen Vorwurf machen. Bei einer Gartenschau würden sehr unterschiedliche Menschen zusammenkommen - von eingefleischten Schneider-Fans bis zu Menschen, die den Auftritt eher nebenbei verfolgen.

© dpa-infocom, dpa:260824-930-575524/1