Skip to main content

Lifestyle & Freizeit

Berlin | «Damen»: Frauen haben in der ARD das Sagen

Lars Nitsch/Kineo Film GmbH/BR/dpa | Sema (Şafak Şengül, l-r), Kim (Viet Pham) und Maya (Salka Weber).

TV-Ausblick

Berlin (dpa) - Im sommerlichen München lebt eine Frau (Mitte 30) zwischen zwei Jobs, kümmert sich um ihre Mutter und muss schauen, wie sie das und vieles andere bewältigt. Der Film mit dem schlichten Titel «Damen» ist heute um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen und steht schon in der Mediathek. 

Maya (Salka Weber) ist Nagelpflegerin und lebt mitten in München, in einer Wohngemeinschaft mit der temperamentvollen Optikerin und Influencerin Sema (Safak Sengül). 

Maya ist eine eher ruhige und sehr kreative Person, die auch als freie Masken- und Kostümbildnerin am Theater arbeitet. Ihr Großvater kam als schwarzer GI nach Deutschland, das Verhältnis zu ihrer Mutter Doro (Anja Herden), die eher herrisch und selbstherrlich auftritt, ist sehr angespannt. 

Eines Tages schneit der nette Tänzer Philip (Patrick Isermeyer) zu ihr in die Maske und in ihr Leben - Maya ist sofort von ihm angetan. 

Von Rassismus und Frauenfeindlichkeit geprägtes Leben

Sie schneidert für seine nächste Rolle ein sehr fantasievolles Paradiesvogel-Kostüm, doch dann bricht er sich den Fuß - und die Rolle ist verloren, alle Arbeit war vergebens. Doch mit ihm scheint ihr - oft von Rassismus und Frauenfeindlichkeit geprägtes - Leben um einiges leichter zu sein.

Regisseurin Katharina Bischof (zum Beispiel «Tatort - Hackl») und Autorin Stefanie Kremser («Herren») haben einen eher leisen und sehr einfühlsamen Film inszeniert. 

Der Filmtitel deutet schon darauf hin, dass hier hauptsächlich Frauen das Sagen haben - allen voran Mutter und Tochter, aber auch Mayas Kundinnen und ihre Kolleginnen am Theater, die sie allesamt wohlmeinend unterstützen. 

Was natürlich auch für ihre beste Freundin Sema gilt, die von Safak Sengül («KRANK Berlin») sehr glaubhaft verkörpert wird.

Hauptdarstellerin Salka Weber trägt den sehenswerten Film 

Salka Weber («Alpentod») trägt diesen Film mit mühelos wirkender Leichtigkeit und geradezu ansteckender Fröhlichkeit in ihrer Rolle. Die behält sie auch, wenn sie sich geradezu rührend um ihre zeitweise depressive Mutter kümmern muss, die ihr das kaum zu danken scheint.

Erst ganz allmählich findet eine Annäherung zwischen den beiden Frauen statt, und so fasst Maya schließlich den Mut, sich mit ihrer Familiengeschichte zu beschäftigen und direkt auf den etwas verpeilten Philip zuzugehen. 

Da sie das alles unglaublich charmant macht, bereitet das Betrachten dieses Films ein großes Vergnügen.

© dpa-infocom, dpa:260218-930-701752/1