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München | ZDF-«Herzkino» erstmals voll schwul
Jetzt schon streamen beim ZDF
München (dpa) - Zum ersten Mal erzählt das ZDF in der «Herzkino»-Reihe, die sonntags parallel zu den ARD-Sonntagskrimis «Tatort» oder «Polizeiruf 110» als eine Art Kontrastprogramm ausgestrahlt wird, eine schwule Liebesgeschichte zweier Hauptfiguren.
Im Zentrum des Films «Baumgeflüster» (seit heute im ZDF-Streamingportal, am 29.3. dann zur Primetime im ZDF) steht Yascha (Linus Schütz). Er arbeitet im bayerischen Forst-Ministerium, soll nun aber holterdiepolter einen Förster vertreten.
Dabei bekommt er einen speziellen Auftrag: Seine Chefin will einen Privatwald kaufen, um einen Nationalpark einrichten zu können. Yascha soll den Besitzer überzeugen.
Nun kommt es, wie es kommen muss in einer Liebeskomödie: Schon beim ersten Treffen verknallt sich Yascha in jenen Mann. Da weiß er aber noch gar nicht, wen genau er da vor sich hat. Mit Fotograf Mats (Aaron Friesz) versteht der Aushilfsförster sich auf Anhieb prima («Er ist wie für mich gemacht»).
Die beiden turteln im Wald. Die Kamera fängt Berührungen und verliebte Blicke ein. Die Sonne scheint dazu durch Baumwipfel. «Wer braucht schon "Brokeback Mountain", wenn man "Baumgeflüster" haben kann?», sagt Schauspieler Friesz laut Presseheft.
Romantik mit Lach-Faktor
Dabei stellt sich Yascha gemeinhin beim Flirten etwas tollpatschig an und wirkt sichtlich nervös. «Kann es sein, dass du zu viel denkst?», fragt ihn Mats.
An anderer Stelle, als Yascha über den Wald referiert, stoppt sein Schwarm ihn mit den Worten: «Das ist total unromantisch.» So kann das Publikum hier und da schmunzeln. Und auch für Fans von Slapstick-Momenten ist gesorgt.
Im «Herzkino» sollen sich verschiedenste romantische Beziehungen vertreten sehen, erläutert eine ZDF-Sprecherin. «Aus diesem Grund ist es uns wichtig, auch queere Liebesgeschichten zu erzählen. Wir freuen uns daher, dass "Baumgeflüster" eine schwule Liebesgeschichte ins Zentrum stellt.»
Mit Blick auf Hauptcharaktere in diesem Format ist das den Angaben zufolge ein Novum. Kleinere queere Rollen gab es schon früher mal: «Queere Figuren gab und gibt es in TV-Filmen auf diesem Sendeplatz - zum Beispiel in der 100. Folge "Inga Lindström", in der Reihe "Dr. Nice" oder auch in Nebenhandlungen früherer "Herzkino"-Produktionen.»
Stadlober, Schropp und Boning mit von der Partie
Reibungslos verläuft die Romanze in «Baumgeflüster» natürlich nicht: Yascha verstrickt sich wegen eines Missverständnisses in Lügen. Mats hält ihn für einen Lehrer. Immer wieder scheitert Yascha beim Versuch, das aufzuklären. Als sich die Situation aus Mats` Sicht auflöst, ist der schwer enttäuscht. Liebesdrama, wie man es kennt.
Da nur 90 Minuten zur Verfügung stehen, spielt sich das ganze Auf und Ab in Windeseile ab. Zumal da nicht nur die Debatte um den Wald-Kauf immer wieder eingewebt wird. Weitere Figuren tauchen in mehr oder weniger großem Umfang auf. Auch zwei Liebesgeschichten entwickeln sich quasi parallel.
So durchlaufen Yaschas Freunde Holger und Mirko ebenfalls ein Wechselbad der Gefühle. Vor allem Robert Stadlober («Crazy», «Sommersturm») verkörpert seine Rolle mit viel Charme und sorgt immer wieder für lustige Szenen.
Wigald Boning spielt eine Figur, die gerne Bäume umarmt - aber keine Ahnung hat, welcher Baum gerade vor ihr steht. Hinzu kommen bekannte Gesichter wie Jochen Schropp, Inka Friedrich, Thomas Loibl und Luise Kinseher.
Rührende Dackelblicke runden den Film ab. Und für die ganz romantische Note sorgt Yascha, als ihn der verärgerte Mats fragt: «Was ist eigentlich echt an dir?» Seine Antwort mit Schluchzpotenzial: «Meine Gefühle für dich.»
© dpa-infocom, dpa:260321-930-846004/1
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