London | Champions-League-Aus für Leverkusen «auch eine Motivation»
Niederlage im Achtelfinale
London (dpa) - Über seine starke Leistung gegen den FC Arsenal konnte sich Bayer Leverkusens Torwart Janis Blaswich kaum freuen. Zu tief saß nach dem 0:2 der Frust über das verpasste Champions-League-Viertelfinale. «Wir hatten einfach keinen Sahnetag», haderte Blaswich, bevor er das Spiel abhakte und den Blick nach vorn richtete. «Die Bundesliga ist jetzt enorm wichtig und da müssen wir gegen Heidenheim den richtigen Schritt in die richtige Richtung machen.»
Trotz der Niederlage gegen Arsenal gehen Bayer und Trainer Kasper Hjulmand mit Zuversicht in den Liga-Endspurt und den Kampf um die erneute Qualifikation für die Königsklasse. «Wir sind enttäuscht, aber es ist auch eine Motivation für die nächste Phase in Deutschland», räumte der Däne nach der Partie in London ein. «Natürlich müssen wir unbedingt unsere absolut beste Leistung bringen, um hier einen Sieg zu holen. Aber es war ein bisschen zu wenig», sagte Hjulmand. Er fügte allerdings hinzu: «Wir sind nicht so weit weg, wie es sich jetzt anfühlt.»
Hjulmand sieht Aufwärtstrend und lobt Jungstars
Der Coach attestierte seinem Team dennoch einen Aufwärtstrend. Im Laufe der Champions-League-Saison habe Bayer große Fortschritte gemacht. Der letzte Schritt zu einer Spitzenmannschaft fehle zwar noch. «Aber das ist etwas, was wir uns wünschen, und diesen Weg gehen wir weiter», sagte der Trainer.
«Insgesamt haben wir besser und besser gespielt - und auch mit neuen, jungen Spielern in diesem Turnier.» Hjulmand lobte stellvertretend den 19 Jahre alten Christian Kofane und den 20-jährigen Ibrahim Maza - beide standen in London in der Startelf. «Diese Spieler haben in dieser Saison große Schritte nach vorne gemacht», betonte der Däne.
Die jungen Talente sollen Bayer nun auch im Bundesliga-Endspurt helfen. Acht Spieltage vor Schluss hat Leverkusen als Tabellensechster 45 Punkte auf dem Konto und damit fünf Zähler weniger als die punktgleichen Konkurrenten auf den Champions-League-Plätzen - Hoffenheim auf Rang drei und Stuttgart auf Platz vier. Die gesamte Konzentration gelte jetzt der Bundesliga und der erneuten Qualifikation für die Königsklasse. «Wir machen alles, um dieses Ziel zu erreichen», stellte Hjulmand klar.
Arsenal eine Nummer zu groß
Blaswich hatte Bayer in London mit seinen Paraden lange im Spiel gehalten. «Komplett chancenlos waren wir auch nicht», sagte der Keeper. Gegen den Geniestreich von Eberechi Eze (36. Minute) und den wuchtigen Schuss von Declan Rice (63.) war er machtlos. «Heute war sicher ein Spiel, wo ich mal mehr zu tun hatte und mich auszeichnen konnte. Nichtsdestotrotz bin ich auch natürlich enttäuscht, aber wir müssen trotzdem jetzt irgendwie die positiven Dinge mitnehmen.»
Dem Pressing des englischen Tabellenführers hatte Bayer kaum etwas entgegenzusetzen. In der Offensive agierte die Werkself mutlos und kam nur selten gefährlich vor das Tor von David Raya. «Normalerweise sind wir in der Lage, uns durch die Reihen zu spielen, wenn der Gegner uns so presst», sagte Hjulmand, «aber ich denke, wir haben zu viele Fehler im Spielaufbau gemacht.»
Beim 1:1 im Hinspiel hatte Bayer nur knapp den Sieg verpasst, weil der frühere Leverkusener Kai Havertz kurz vor dem Abpfiff einen umstrittenen Elfmeter für Arsenal verwandelte. Doch im Rückspiel, bei dem Nationalspieler Havertz erst spät eingewechselt wurde, erwiesen sich die Gunners als eine Nummer zu groß.
Hjulmand räumte ein, dass sein vergleichsweise unerfahrenes Team mit den Gunners nicht mithalten konnte. «Man muss in diesen Momenten sehr, sehr ambitioniert und konzentriert sein», so der dänische Coach. «Diese letzte Qualität ist etwas, das wir nur durch Erfahrung bekommen können – sie kommt nur mit mehr Spielen wie diesen, mit mehr Gelegenheiten, auf diesem internationalen Niveau zu spielen.»
Blaswich auch gegen Heidenheim im Tor?
Nun liegt der Fokus voll auf der Bundesliga. «Das ist jetzt das Allerwichtigste», findet Blaswich, obwohl Bayer nicht nur in der Liga etwas erreichen will. «Klar sind wir noch im Pokal drin, da haben wir auch noch Ziele, aber die Bundesliga ist jetzt enorm wichtig - und da müssen wir jetzt gegen Heidenheim richtigen Schritt in die richtige Richtung machen.»
Ob Blaswich beim Auswärtsspiel am Samstag im Tor steht, ist trotz seiner starken Leistung in London offen, denn Stammkeeper Mark Flekken ist nach seiner Verletzungspause wieder fit. «Es ist nicht leicht», sagte Hjulmand. «Wir haben zwei gute Möglichkeiten. Das ist eine schwierige Entscheidung. Aber das ist gut für unsere Mannschaft.»
© dpa-infocom, dpa:260318-930-832480/1
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