Wolfsburg | Bauer vor dem Aus: Wolfsburg verliert auch gegen HSV
Fußball-Bundesliga
Wolfsburg (dpa) - Die Tage von Daniel Bauer beim VfL Wolfsburg scheinen endgültig gezählt. Der Trainer verlor mit den Niedersachsen auch gegen den Hamburger SV mit 1:2 (1:1) und dürfte damit kaum noch zu halten sein. Nach dem desaströsen 0:4 beim VfB Stuttgart hatten die Bosse um den ebenfalls umstrittenen Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen dem 43 Jahre alten Trainer überraschend noch einmal das Vertrauen ausgesprochen.
Doch die sechste Niederlage in den vergangenen sieben Spielen dürfte für Bauer nun das Aus bedeuten. Nach dem Schlusspfiff gab es Tumulte zwischen den Spielern auf dem Rasen, und im Wolfsburger Fanblock wurde Pyrotechnik gezündet.
In der Volkswagen Arena fiel am Samstag immer wieder der Name von Dieter Hecking als möglichem Nachfolger. Hecking hatte mit dem VfL 2015 den DFB-Pokal gewonnen. Zuletzt war er im September 2025 beim VfL Bochum entlassen worden.
Der HSV machte mit dem Sieg in Wolfsburg dagegen einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Luka Vuskovic (33. Minute) und Jean-Luc Dompé (58.) trafen jeweils per Foulelfmeter. Christian Eriksen hatte die Gastgeber ebenfalls per Strafstoß in Führung gebracht (22.). Der HSV liegt nun neun Punkte vor dem Tabellen-17. aus Wolfsburg.
Bauers Appell an die Fans
Bauer, der im November des vergangenen Jahres die Nachfolge von Paul Simonis angetreten hatte und kurz vor Weihnachten zum Cheftrainer befördert worden war, hatte vor seinem persönlichen Endspiel an die Anhänger des VfL appelliert. Und die Wolfsburger Fans lieferten. Schon zum Abschlusstraining am Freitag waren mehr als 2.500 Leute gekommen - für Wolfsburger Verhältnisse eine beeindruckende Anzahl.
Und auch in der Volkswagen Arena pushten die VfL-Fans ihr Team von der ersten Minute an nach vorn. Zwar hatten sich auch rund 10.000 Anhänger aus der Hansestadt auf den Weg in die VW-Stadt gemacht, doch anders als in der Vergangenheit schon häufiger hielten die Wolfsburger Fans lautstark dagegen. Von der Atmosphäre her wirkte es wie ein richtiges Abstiegsendspiel am 34. Spieltag.
Guter Wolfsburger Start
Für die Gastgeber hatte die Partie auch in der Tat eine ähnliche Bedeutung. Und das in dieser Saison oft so leblos auftretende Wolfsburger Team schien den Ernst der Lage zumindest erkannt zu haben. Die Niedersachsen begannen couragiert und bestimmten anfangs das Geschehen. Dem HSV war die Verunsicherung nach zuletzt zwei Niederlagen dagegen anzumerken. Die Führung durch einen von Eriksen verwandelten Foulelfmeter nach etwas mehr als 20 Minuten war daher verdient.
Bauer hatte sein Team gleich auf fünf Positionen verändert, unter anderem saßen Stars wie Mohammed Amoura und Lovro Majer zunächst nur auf der Bank. Stattdessen feierten Jonas Adjetey und Jesper Lindström ihr Startelf-Debüt. Zwar konnte der VfL spielerisch erneut nicht überzeugen, Einsatz und Wille stimmten aber lange Zeit.
HSV nutzt zwei Elfmeter zur Wende
Zur Pause stand es dennoch nur 1:1, weil der HSV aus dem Nichts durch einen Foulelfmeter zum Ausgleich kam. Vuskovic hatte beim Strafstoß aber viel Glück, dass VfL-Torwart Kamil Grabara den schwachen Schuss nicht parieren konnte.
Der Gegentreffer hinterließ bei den Wolfsburgern deutliche Spuren. Der HSV, der zuvor auf ganzer Linie enttäuscht hatte, übernahm nun das Kommando und ging kurz nach der Halbzeit sogar in Führung. Wieder war es ein Elfmeter, der den VfL bis ins Mark traf. Adjetey hatte bei einer Ecke so lange an Vuskovic gezogen, dass Schiedsrichter Florian Exner gar nicht anders konnte, als auf den Punkt zu zeigen. Dieses Mal war es Dompé, der sicher verwandelte.
Der Rückstand wirkte auf den VfL wie ein Schock. In der Folgezeit lief nicht mehr viel zusammen. Bauer verfolgte seine wohl letzten Minuten als VfL-Coach konsterniert an der Seitenlinie.
© dpa-infocom, dpa:260307-930-783286/1
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