Missbrauch im Erzbistum Paderborn: Fast 500 Betroffene
Im Erzbistum Paderborn hat es offenbar deutlich mehr sexuelle Gewalt an Minderjährigen durch Kirchenvertreter gegeben als bisher bekannt. Heute Nachmittag (Do., 12.03.) wurde in der Uni eine neue Studie über die Jahre 1941-2002 vorgestellt. Im Vergleich zu einer früheren Untersuchung hat sich die Zahl der Betroffenen und Beschuldigten etwa verdoppelt.
Aus der Zeit von Erzbischof Jäger bis 1973 sind laut der neuen Studie bisher 144 beschuldigte Priester und 316 Betroffene bekannt.
In der Amtszeit von Erzbischof Degenhardt bis 2002 listet sie 98 Beschuldigte und 190 Betroffene auf.
Laut der Studie gab es im Erzbistum eine Art “Wagenburgmentalität”. Beide Erzbischöfe waren milde gegenüber den beschuldigten Priestern und schützten sie.
Den Betroffenen wurde dagegen meistens nicht geglaubt, viele wurden ausgegrenzt. Einen Priester anzuzeigen, sei mit hohen Hürden verbunden gewesen.
Ein Betroffenenvertreter erklärte, das Erzbistum Paderborn habe die Taten jahrzehntelang geleugnet und die Aufarbeitung behindert. Das sei ein Misssbrauch der Missbrauchten gewesen.
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