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Nach Missbrauchsvorwürfen: Hengsbach-Schriftzug auf Paderborner Gedenktafel bearbeitet

EXKLUSIV Morgen (Mi., 29.04.) wird in Paderborn die Gedenktafel in Bezug auf den ehemaligen Kardinal Degenhardt demontiert – diese steht direkt vor der Stadtbibliothek. Nur wenige Meter weiter wurden jetzt ebenfalls Fakten geschaffen. Am Gymnasium Theodorianum wurde die Gedenktafel überarbeitet.

Auf der Ehrentafel werden 14 ehemalige Theo-Schüler mit einem Schriftzug gewürdigt – darunter auch Kardinal Franz Hengsbach. 2023 wurde bekannt, dass der Kardinal in seiner Paderborner Zeit unter anderem eine Minderjährige sexuell missbraucht haben soll. 

Die farbliche Hervorhebung Hengsbachs wurde jetzt entfernt, sodass die Gravur nur noch schemenhaft sichtbar ist. Außerdem wurde ein großes X eingraviert, das den Namen durchstreicht. 

Laut der Vereinigung ehemaliger Schülerinnen und Schüler des Paderborner Gymnasiums soll "die ursprüngliche Ehrung bewusst zurückgenommen werden, ohne den historischen Sachverhalt vollständig zu tilgen."

Von der Vereinigung heißt es auf Radio Hochstift-Anfrage außerdem:

„Ergänzend wird auf der Ehrentafel eine Metallplatte (z. B. aus Messing) mit einem QR-Code angebracht werden. Dieser wird auf eine digitale Erläuterung verweisen, die neben allgemeinen Informationen zu den auf der Ehrentafel genannten Persönlichkeiten auch eine spezifische Einordnung der gegen Hengsbach erhobenen Vorwürfe enthalten wird. Künftige Erkenntnisse, insbesondere aus der noch ausstehenden Studie des Bistums Essen, werden dort entsprechend ergänzt werden können.

Auf diese Weise möchten wir einerseits die Integrität und das Erscheinungsbild der Ehrentafel wahren und die weiterhin geehrten Persönlichkeiten angemessen darstellen, andererseits aber auch eine klare und sichtbare Distanzierung sowie eine transparente Einordnung ermöglichen.“