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LWL-Team behandelt psychisch Erkrankte im Kreis Paderborn künftig auch Zuhause

Ab morgen (Do., 01.10.) gibt es im Kreis Paderborn ein neues Behandlungsangebot des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Erstmals können Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen auch in ihrem gewohnten Umfeld behandelt werden – zum Beispiel in ihrer Wohnung oder im Altenheim.

Das Projekt heißt StäB, die Kürzung steht für Stationsäquivalente Behandlung. Seit 2023 wurde das Projekt vorbereitet – jetzt geht es mit zunächst zehn Behandlungsplätzen im Kreis Paderborn an den Start. 

Es richtet sich an Patientinnen und Patienten, die einen stationären Klinikaufenthalt ablehnen oder die schlicht nicht für einen längeren Zeitraum von Zuhause wegkönnen. Sie erhalten täglich für eine Stunde Besuch, beispielsweise von einer Psychologin, einer Ergotherapeutin oder einer Pflegekraft. 

Die Therapie ist zunächst auf acht Wochen ausgelegt. Vergleichbare StäB-Angebote gibt es unter anderem schon im Kreis Gütersloh und in Bielefeld.

Der LWL erwartet eine hohe Nachfrage. Künftig sei deshalb ein Ausbau der Behandlungsplätze wünschenswert, beispielsweise auf mindestens 40 Plätze. So viele sind es aktuell auch im Kreis Gütersloh.

Die LWL-Mitarbeitenden kommen absichtlich mit Autos ohne LWL-Logo und ohne Namensschilder zu den Patientinnen und Patienten. So soll eine Stigmatisierung durch Nachbarn oder andere Menschen verhindert werden. Das multiprofessionelle Team des LWL besteht zunächst aus elf Mitarbeitenden.

In der stationären Paderborner LWL-Klinik gibt es 220 Betten. Die durchschnittliche Behandlungszeit liegt hier aktuell bei etwa drei Wochen.

Solltet ihr Interesse an einer StäB-Behandlung in eurem gewohnten Umfeld haben, könnt ihr euren Hausarzt oder einen Facharzt ansprechen. Auch die Zentrale Aufnahme der Paderborner LWL-Klinik berät euch – dort könnt ihr jederzeit einfach hingehen.