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Stars & Sternchen

Vancouver | 98-jährige Mutter von Bryan Adams kommt zu seinen Konzerten

Fabian Sommer/dpa | Im Sommer 2027 kommt Bryan Adams für Konzerte nach Deutschland. (Archivbild)

Neues Album

Vancouver (dpa) - Mit 98 Jahren gehört Bryan Adams` Mutter zu den treuesten Fans ihres Sohnes: Wenn er in ihrer Nähe auftritt, sei sie dort, sagte der kanadische Musiker der Deutschen Presse-Agentur. «Wenn es nach ihr ginge, wäre sie bei jedem Konzert dabei», sagte der 67-Jährige in Vancouver.

Er könne sie nicht davon abhalten, zu seinen Konzerten zu gehen, wenn er in ihrer Nähe in Kanada auftrete. «Sie ist eine ganz eigene Persönlichkeit, und wir können sie eigentlich nur dabei unterstützen, das zu tun, was gut für sie ist.» Über das stolze Alter seiner Mutter sagte er: «Unser Ziel ist es, sie bis 100 zu bringen. Sie hat noch 17 Monate vor sich.»

Neues Album: «Liebesbrief an Kanada»

Bryan Adams hat gerade sein neues Album «How`s It Goin`» veröffentlicht. Es handelt von seinem Heimatland. «Das ganze Album ist ein Liebesbrief an Kanada», sagte er.

Es geht um prägende historische Momente des Landes, um den Eisenbahnbau oder die Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten. «Es waren die arbeitenden Menschen, die dieses Land aufgebaut haben», sagt Adams.

Musikalisch orientiert sich Adams an den Traditionen der kanadischen Ostküste. Der Sound sei von Mandolinen und Akustikgitarren geprägt. «Für mich ist das eher akadische Musik und Folk als Country.» Damit bezieht sich Adams auf die Volksmusik der Akadier, den französischsprachigen Nachfahren der Siedler im östlichen Kanada.

Über Trump: Nicht der Richtige für diesen Job

Dabei schlägt Adams auch politische Töne an. In Songs wie «Lake Ontario» und «51st State» greift er die Spannungen zwischen Kanada und den USA auf. Der Titel «51st State» spielt auf Überlegungen von US-Präsident Donald Trump an, Kanada zum 51. Bundesstaat der Vereinigten Staaten zu machen. Etwas, das Adams ablehnt.

«Wenn Amerika die Rolle des Weltpolizisten übernehmen will, dann sollte es sich auch um die Menschen kümmern, über die es seine Kontrolle ausüben will», sagt er mit Blick auf Trump. Die zahlreichen Bombenangriffe der vergangenen Jahre seien für ihn nicht das Verhalten eines Präsidenten, der sich für Frieden einsetze. 

Als politischen Musiker möchte er sich dennoch nicht verstanden wissen. «Ich schreibe einfach über das, was ich lese und sehe. Ich bin sozusagen ein Sprachrohr für das, was um mich herum passiert.» Als Musiker könne man auch einmal von außen sagen: «Eigentlich finde ich nicht, dass dieser Mann der Richtige für diesen Job ist.»

Über Friedrich Merz: «wirklich nicht beliebt»

Den derzeitigen kanadischen Premierminister Mark Carney halte er für einen der herausragenden Staatsführer der freien Welt. «Ich stehe nicht unbedingt seiner Partei nahe, aber ich unterstütze den Mann, der offenbar einige gute Entscheidungen trifft und sich dem Mobbing entgegenstellt, dem wir ausgesetzt sind.»

Auch zur deutschen Politik äußerte sich Adams. Er verfolge das nicht im Detail, bekomme aber bei Begegnungen mit Menschen einen Eindruck von der Stimmung. Über Bundeskanzler Friedrich Merz sagt er: «Nach allem, was ich mitbekommen habe, ist er nicht beliebt. Ich meine: wirklich nicht beliebt. Und ich verstehe nicht, wie jemand an einer Position festhalten kann, wenn die Stimmung so ist.»

Mit einem Hammer ein Stück aus der Berliner Mauer geschlagen

Der Musiker hat wiederholt Zeit in Berlin verbracht und eine besondere Bindung zur Hauptstadt. Nach dem Fall der Mauer sei er sofort angereist. «Ich habe ein Stück der Mauer», sagte er. Er habe es selbst mit einem Vorschlaghammer herausgeschlagen. «Es fühlte sich an wie der Beginn einer neuen Zeit - und das war es ganz sicher auch.»

Aktuell tourt Adams durch Spanien, danach folgen weitere Länder. Im Sommer 2027 kommt der Musiker für Konzerte nach Deutschland. Start ist am 23. Juni in Wiesbaden, danach folgen zahlreiche Auftritte in weiteren Städten, etwa Hannover, Bonn, Rosenheim, Rostock, Erfurt und Dresden.

© dpa-infocom, dpa:261106-930-953535/1

Arlyn Mcadorey/Canadian Press via ZUMA Press/dpa | Sein neues Album sei ein «Liebesbrief an Kanada», sagt Bryan Adams. (Archivbild)