San Jose | KI-Chip-Schmuggelvorwurf torpediert Aktie von Serverfirma
KI und China
San Jose (dpa) - Aktien des Computer-Herstellers Supermicro haben an einem Tag mehr als ein Viertel ihres Werts verloren - zuvor hatten US-Ermittler mehrere Mitarbeiter beschuldigt, KI-Chipsysteme von Nvidia nach China geschmuggelt zu haben. Den Vorwürfen zufolge wurden Server von Supermicro im Milliardenwert zunächst in ein Land in Südostasien geliefert und von da heimlich nach China. Dabei seien Unterlagen gefälscht worden, um das nicht namentlich genannte Unternehmen in Südostasien als Empfänger der Technik darzustellen.
Die US-Regierung hatte die Lieferung der KI-Chips von Nvidia nach China stark eingeschränkt, um die Entwicklung Künstlicher Intelligenz in dem Land zu bremsen. Es war bereits bekannt, dass die Systeme teilweise auf Umwegen trotzdem nach China gelangten.
Umkleben mit Haartrockner
Die Aktion war demnach mit einigem Aufwand verbunden: Für den Fall von Kontrollen wurden in Südostasien in der Originalverpackung täuschend ähnliche, aber nicht funktionierende Server-Attrappen gelagert. Dabei seien Sticker mit Seriennummern mit Hilfe von Haartrocknern von den echten Supermicro-Servern entfernt und auf die Attrappen aufgeklebt worden. Das alles wurde von Überwachungskameras in einer Lagerhalle aufgenommen, die New Yorker Staatsanwaltschaft veröffentlichte Fotos.
Supermicro: Nur einzelne Mitarbeiter
Supermicro betonte in einer Stellungnahme, dass es keine Vorwürfe gegen das Unternehmen gebe, sondern nur gegen einzelne Mitarbeiter. Einer der Beschuldigten ist ein 71-jähriger Mitgründer von Supermicro, der auch im Verwaltungsrat der Firma saß.
Nach Einschätzung von Branchenanalysten könnten Konkurrenten wie Dell von den Ermittlungen gegen die Supermicro-Mitarbeiter profitieren. Die Supermicro-Aktie fiel im US-Handel zeitweise um rund 29 Prozent.
© dpa-infocom, dpa:260320-930-844767/1
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