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16 Wochen Wartezeit: Elterngeld-Bearbeitung sorgt im Kreis Paderborn für Kritik

Screenshot der Homepage der Paderborner Kreisverwaltung

Unter vielen Eltern kleinster Kinder im Kreis Paderborn herrscht Frust. Sie kritisieren massiv die überdurchschnittlich langen Wartezeiten bei der Bearbeitung der Elterngeld-Anträge beim Kreis Paderborn. Die Behörde bittet online mittlerweile schon proaktiv um Verständnis.

„Die durchschnittliche Bearbeitungszeit von Erstanträgen liegt momentan bei ca. 16 Wochen. Es wird gebeten, auf weitere Anfragen zum Bearbeitungsstand zu verzichten“ steht auf der Homepage der Paderborner Kreisverwaltung.

Auf Anfrage begründet der Kreis die lange Wartedauer unter anderem mit Personalwechseln und Einarbeitungszeiten. In der Elterngeldstelle der Paderborner Kreisverwaltung gibt es aktuell knapp acht Stellen.

Mehr als 70% der Anträge aus 2026 noch nicht final bearbeitet

Gut 1.100 Elterngeldanträge sind zwischen Anfang Januar und Mitte April beim Kreis Paderborn eingegangen. Final bearbeitet wurde davon aber erst knapp jeder Vierte. 
Zum Vergleich: In der Höxteraner Kreisverwaltung gingen im selben Zeitraum knapp 430 Erstanträge auf Elterngeld ein. Fast drei Viertel davon sind bereits final beschieden.
Beim Kreis Höxter liegt die durchschnittliche Bearbeitungszeit aktuell deutlich kürzer bei etwa 40 Tagen – dies ist auch der Schnitt in ganz NRW.

Kein automatisierter Datenabruf in Hochstift-Kreisverwaltungen

Sowohl die Paderborner als auch die Höxteraner Kreisverwaltung nutzen in der Elterngeldstelle noch nicht den sogenannten automatisierten Datenabruf. Hierbei können Elterngeldstellen relevante Geburtsdaten bei Standesämtern abrufen, um das Verfahren zu beschleunigen. 

Der Kreis Paderborn möchte das System „mittelfristig“ einführen, der Kreis Höxter verweist auf die Möglichkeit der Online-Anstragsstellung.

Kreis Paderborn setzt zusätzliches Personal ein

Die Paderborner Kreisverwaltung reagiert auf die langen Bearbeitungszeiten in der Elterngeldstelle. Vorübergehend sei zusätzliches Personal eingesetzt worden. Auf Radio Hochstift-Anfrage schreibt der Kreis wörtlich: 

„Es ist unser Ziel, kurzfristig die Bearbeitungszeiten zu verkürzen.“ 

Ausgangspunkt unserer Recherche zu diesem Thema war ein anonymer Hinweis. Ihr möchtet auch auf einen Missstand im Hochstift hinweisen? Nutzt gerne unser Radio Hochstift-Formular für anonyme Hinweise